Das WIG Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen) zählt zu den präzisesten Schweißverfahren im Metallbau. Es wird überall dort eingesetzt, wo saubere, hochwertige und optisch einwandfreie Schweißnähte gefordert sind – zum Beispiel bei Edelstahl, Aluminium oder dünnen Blechen. Damit das WIG-Schweißen optimale Ergebnisse liefert, müssen Gaswahl, Geräteeinstellung, Materialstärke und Brennerführung exakt aufeinander abgestimmt sein.
Was ist WIG Schweißen?
Beim WIG Schweißverfahren brennt der Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück. Das Schweißbad wird durch ein Inertgas vor der Umgebungsluft geschützt. Der Zusatzwerkstoff wird – falls benötigt – manuell zugeführt.
Typische Einsatzbereiche:
- Edelstahlverarbeitung
- Aluminium- und Dünnblechschweißen
- Rohrleitungsbau
- Maschinen- und Anlagenbau
Welches Gas wird beim WIG Schweißen verwendet?
Beim WIG Schweißen kommen ausschließlich Inertgase zum Einsatz. Diese reagieren nicht mit dem Schmelzbad und sorgen für eine besonders saubere Naht.
Gängige Schutzgase beim WIG Schweißen:
- Argon (Ar) – Standardgas für fast alle Anwendungen
- Argon/Helium-Gemische – für dickere Materialien und höheren Wärmeeintrag
Argon ist leicht zu zünden, sorgt für einen stabilen Lichtbogen und ist ideal für Stahl, Edelstahl und Aluminium.
Wichtig:
Beim WIG Schweißen wird kein CO₂ verwendet.
Welche Materialstärken kann man mit WIG schweißen?
Das WIG Schweißverfahren ist besonders für dünne bis mittlere Materialstärken geeignet.
Typische Materialbereiche:
- ab ca. 0,5 mm (ideal für Dünnblech)
- optimal: 1 – 5 mm
- mehrlagig auch über 10 mm möglich
Gerade bei dünnen Blechen bietet das WIG Schweißen große Vorteile, da sich der Wärmeeintrag sehr genau kontrollieren lässt.
Die richtige Einstellung beim WIG Schweißen
Die Schweißeinstellungen sind entscheidend für eine gleichmäßige und saubere Naht.
Wichtige Parameter:
- Schweißstrom (Ampere): bestimmt die Wärmeeinbringung
- Stromart:
- Gleichstrom (DC) → Stahl & Edelstahl
- Wechselstrom (AC) → Aluminium
- Gasdurchfluss: 6–10 Liter pro Minute
- Elektrodendurchmesser: passend zur Stromstärke wählen
Viele moderne WIG-Geräte verfügen über:
- HF-Zündung
- Pulsfunktion
- Fußpedal zur Stromregelung
Wie hält man den Brenner beim WIG Schweißen richtig?
Die Brennerhaltung ist beim WIG Schweißen besonders wichtig, da sehr präzise gearbeitet wird.
Grundregeln:
- Brennerwinkel: 70–80° zum Werkstück
- Wolframelektrode: kurzer Abstand (2–4 mm)
- Zusatzdraht flach und gleichmäßig ins Schmelzbad führen
- ruhige Hand, gleichmäßige Bewegung
???? Der Lichtbogen sollte stabil sein und das Schmelzbad klar erkennbar bleiben.
Weitere wichtige Tipps für sauberes WIG Schweißen
- Werkstücke gründlich reinigen (fett-, öl- und rostfrei)
- Wolframelektrode korrekt anschleifen
- Gasvor- und Gasnachströmzeit einstellen
- Zusatzwerkstoff passend zum Grundmaterial wählen
- Schutzkleidung tragen (UV-Strahlung!)
Fazit: Wann ist WIG Schweißen die beste Wahl?
Das WIG Schweißverfahren ist die erste Wahl, wenn höchste Nahtqualität, Präzision und Kontrolle gefragt sind. Besonders bei Edelstahl, Aluminium und dünnen Materialien überzeugt das Verfahren durch saubere, spritzerfreie Schweißnähte und eine exzellente Optik.
Wer Wert auf Qualität legt und bereit ist, etwas mehr Zeit in den Schweißprozess zu investieren, profitiert langfristig von den Vorteilen des WIG Schweißens.

