Das MIG/MAG Schweißen gehört zu den am häufigsten eingesetzten Schweißverfahren im Metallbau, Maschinenbau und in der Industrie. Das Verfahren überzeugt durch hohe Abschmelzleistung, saubere Nähte und eine gute Automatisierbarkeit. Damit qualitativ hochwertige Schweißverbindungen entstehen, müssen jedoch Gaswahl, Materialstärke, Geräteeinstellung und Brennerführung exakt aufeinander abgestimmt sein.
Was ist MIG/MAG Schweißen?
Beim MIG/MAG Schweißen (Metall-Inertgas / Metall-Aktivgas) handelt es sich um ein Lichtbogenschweißverfahren mit abschmelzendem Drahtelektrodenvorschub. Der Lichtbogen brennt zwischen Schweißdraht und Werkstück, während ein Schutzgas das Schmelzbad vor Sauerstoff und Stickstoff aus der Umgebungsluft schützt.
- MIG Schweißen: Inertgase → B. Argon, Helium
- MAG Schweißen: Aktivgase → B. CO₂ oder Argon-CO₂-Gemische
Welches Gas wird beim MIG/MAG Schweißen verwendet?
Die Wahl des richtigen Schweißgases ist entscheidend für Nahtqualität, Einbrand und Spritzerbildung.
MIG Schweißen – Inertgase
Wird hauptsächlich für Aluminium, Kupfer, Magnesium und Edelstahl eingesetzt.
Typische Gase:
- Argon (Ar) – Standardgas für Aluminium
- Argon/Helium-Gemische – für dickere Materialien und höheren Wärmeeintrag
MAG Schweißen – Aktivgase
Vor allem für unlegierte und niedriglegierte Stähle geeignet.
Typische Gase:
- CO₂ (100 %) – kostengünstig, aber mehr Spritzer
- Argon + 8–18 % CO₂ – sehr gute Nahtqualität, Industrie-Standard
- Argon + CO₂ + O₂ – stabiler Lichtbogen, gute Benetzung
Welche Materialstärken kann man mit MIG/MAG schweißen?
Ein großer Vorteil des MIG/MAG Verfahrens ist die breite Einsatzspanne der Materialstärken.
- Dünnblech ab ca. 0,8 mm (mit Feinjustierung)
- Standardbereich: 1,5 – 10 mm
- Mehrlagig auch > 20 mm möglich
Je dünner das Material, desto wichtiger sind:
- niedrige Stromstärke
- kurzer Lichtbogen
- saubere Drahtführung
Ideal für Blechkonstruktionen, Stahlbau, Maschinenbau und Reparaturschweißungen
Richtige Einstellung beim MIG/MAG Schweißen
Die Schweißparameter bestimmen maßgeblich das Ergebnis. Folgende Einstellungen müssen aufeinander abgestimmt sein:
Wichtige Parameter:
- Schweißstrom (Ampere) → beeinflusst Einbrand und Abschmelzleistung
- Drahtvorschub → muss zum Strom passen
- Schweißspannung (Volt) → bestimmt Lichtbogenlänge
- Gasdurchfluss → meist 8–15 l/min (abhängig von Düsendurchmesser und Umgebung)
⚠️ Zu wenig Gas = Poren
⚠️ Zu viel Gas = Turbulenzen und Lufteintrag
Wie hält man den Brenner richtig?
Die Brennerhaltung hat großen Einfluss auf Nahtform und Schutzgasabdeckung.
Grundregeln:
- Schweißrichtung: bevorzugt ziehend (Brenner vom Schmelzbad wegziehen)
- Neigungswinkel: 10–15°
- Abstand Kontaktrohr – Werkstück: 10–15 mm
- Gleichmäßige, ruhige Bewegung ohne Ruckeln
Für Kehlnähte empfiehlt sich eine leichte Pendelbewegung, bei Stumpfnähten eine gerade Brennerführung.
Weitere wichtige Tipps für sauberes MIG/MAG Schweißen
- Werkstück sauber und fettfrei vorbereiten
- Passenden Schweißdraht zum Grundwerkstoff wählen
- Masseklemme mit gutem Kontakt befestigen
- Zugluft vermeiden (Schutzgas!)
- Verschleißteile regelmäßig prüfen (Düse, Kontaktrohr)
Fazit: Warum MIG/MAG Schweißen so vielseitig ist
Das MIG/MAG Schweißverfahren ist eines der effizientesten und vielseitigsten Schweißverfahren überhaupt. Mit der richtigen Gaswahl, passenden Einstellungen und einer sauberen Brennerführung lassen sich hochwertige, reproduzierbare Schweißnähte an unterschiedlichsten Materialien und Materialstärken erzielen – sowohl im Handwerk als auch in der Industrie.

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